Sie sind hier: › Startseite

23.05.2016 - Ab durch die Mitte

Stadtspaziergang mit dem Ludwigsfelder Bürgermeister

Fünfundzwanzig Ludwigsfelderinnen und Ludwigsfelder haben sich für den Stadtspaziergang mit ihrem Bürgermeister Andreas Igel angemeldet. Doch die Menschentraube vor dem Klubhaus lockte Zaungäste an. "Schließen Sie sich uns ruhig an, weggeschickt wird hier niemand", freute sich Bürgermeister Andreas Igel über das Interesse. Zusammen mit Torsten Klaehn, Fachbereichsleiter für Bauen und Infrastruktur der Stadt Ludwigsfelde, informierte er in einem Rundgang über die Neue Mitte der aufstrebenden Stadt.

Neue Ausschreibung zur Fertigstellung des Amphitheaters

Nur wenige Schritte entfernt gab es den ersten Erklärungsbedarf: das Amphittheater des sanierten Klubhauses. Ein Ärgernis für Klaehn, der die Arbeiten von Beginn an begleitet hat. Die monolithischen Steine seien fertig und müssten "nur noch versetzt und ausgepflastert" werden, so Klaehn. Auf Grund von Rechtsstreitigkeiten gehe es hier jedoch nicht weiter. "Wir vermeiden gerichtlichen Streit, wann immer es möglich ist. Aber wo es um so viel Geld - letztlich auch Steuergeld - geht, muss man einfach auf sein Recht bestehen. Ich bitte hierfür um Verständnis." Das gleiche Planungsbüro ist im Übrigen für die Akustik im Saal verantwortlich.

Bauabschnitte in vier Phasen

Auf dem Klubhaushof wartete eine Erfrischung auf die Gäste. Zunächst wurde die Anordnung der Bauabschnitte erläutert: Der erste Bauabschnitt ist das Gelände des "alten Kohlenhofs", auf dem Polizei und Edeka entstehen. Der Zeitplan wird bislang eingehalten, so dass die Polizei im Sommer einziehen und Edeka das Weihnachtsgeschäft bereits in der neuen Filiale bedienen kann. Der zweite Bauabschnitt liegt auf der anderen Seite der Autobahn und wird kleinere Einzelhandelsgeschäfte sowie die Sparkasse beherbergen. Der dritte Bauabschnitt ist der Parkbereich unter der Autobahn mit über 300 kostenfreien Parkplätzen auf asphaltierter Fläche. Vom vierten und somit letzten Bauabschnitt vier ist bislang nichts zu sehen. Er wird hinter dem Amphitheater entstehen.

Zukunft des Garagenkomplexes weiter unklar

In kleineren Gesprächsrunden wurden Fragen beantwortet und Baupläne auf dem Tablet gezeigt. Es ging um Parkplätze und Vollvermietung, Mobilität und Straßenlärm. Ein für alle spannendes Thema: Was passiert mit dem Garagenkomplex an der Autobahn? Hier sei noch nichts entschieden, so Igel. Man habe die Pachtverträge vorsorglich nicht verlängert, falls das Landesstraßenbauamt die Einhaltung eines Mindestabstandseinfordert und die Garagen deshalb abgerissen werden müssen. Man werde das Thema auch auf Landesebene nochmals anstoßen. Der dem Stadtspaziergang beiwohnende Landtagsabgeordnete Helmut Barthel versicherte, sich sehr gerne für Ludwigsfelde einzusetzen.

Die Neue Mitte als Ort der Begegnung

Und so ging es unter der Autobahn entlang in Richtung Therme, die bei allen Bauvorhaben immer im Blick behalten werden müsse. Schließlich sollen die Besucher der Therme künftig auch die Stadt kennenlernen. Wie es denn mit dem City Treff aussehe, wollte daraufhin ein Teilnehmer wissen. "Die Gedanken, auf diesem Areal ein Hotel zu errichten, sind nicht mehr aktuell. Der City Treff bleibt das Zuhause der Vereine, die in der Gestaltung einer Neuen Mitte eine große Rolle spielen. Die Neue Mitte soll auch ein Ort der Begegnung sein", stellte Igel klar. Unklar dagegen ist die Zukunft des nahe gelegenen Karl-Marx-Platzes. Hier gäbe es derzeit drei Varianten, den Platz künftig zu nutzen. Eine davon ist die bereits viel diskutierte Sichtbarmachung des Bunkers.

Neugestaltung der Potsdamer Straße

An der Ecke Potsdamer Straße / Straße der Jugend wurde der Zugang zum Casa Reha begutachtet, der als Prototyp der neuen Vorzonen-Gestaltung der Potsdamer Straße gesehen werden kann. Das Ärztehaus mit Brunnen Apotheke wird abgerissen, die derzeitigen Mieter sollen aber am gleichen Standort wiedereröffnen. Auch an einer Übergangslösung für die Abriss- und Bauphase werde bereits gearbeitet. Dasselbe gilt für die gefällten Bäume, die für regelrechte Protesten einiger Bürgerinnen und Bürger sorgten. In der Vorzone werden erneut Linden gepflanzt, die mittels neu installierter Baumscheiben bessere Bedingungen vorfinden werden und der Potsdamer Straße wieder den Charakter einer Allee vermitteln sollen.

Große Kapazitäten zur Belebung des Einzelhandels

Die neuen Gebäude der Potsdamer Straße werden jeweils drei- bis fünfgeschossig errichtet, im Erdgeschoss werden jeweils Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. "Das mag in Hinsicht auf den Leerstand in der Potsdamer Straße nicht ganz einleuchtend sein", räumt Igel ein. "Aber wir müssen die Neue Mitte als Chance begreifen, deren Prozess sicher einige Jahre dauern wird. Wie sich der Einzelhandel verhält, liegt letztlich an uns allen. Vielleicht müssen einige Ludwigsfelder erst wieder lernen, dass man auch in Ludwigsfelde gut einkaufen gehen kann. Dann wird der Handel nachziehen."

Aktiv-Stadt-Park richtungsweisend für Neue Mitte

Mit diesen Worten machte sich die immer noch wachsende Gruppe auf den Weg zur letzten Station des Stadtspaziergangs, dem Aktiv-Stadt-Park. Er sei neben der Skateranlage der Beweis dafür, dass sich die Neue Mitte in die richtige Richtung bewegt. Igel freut sich besonders, dass der Park von allen Generationen gut angenommen wird und auch die von den Mitarbeitern des Kommunalservice mühevoll gepflanzten Beete gewürdigt (und nicht beschädigt) werden.

Eine neue Kita für Ludwigsdorf

Letzte Frage des inzwischen fortgeschrittenen Vormittags galt der sich rasch entwickelnden Eigenheimsiedlung Ludwigsdorf.Igel wusste zu berichten, dass die Nachfrage aktuell deutlich höher ist als das Angebot. Etwa 200 Bewerbungen seien auf der Warteliste, nun müsse das nächste "Dorf" erschlossen werden. "Perspektivisch werden in Ludwigsdorf etwa 6.000 Menschen leben. Da es sich bei den Neu-Ludwigsfeldern hauptsächlich um junge Familien handelt, ist schon jetzt sicher, dass in diesem Stadtgebiet eine Kita für 130 Kinder gebaut wird", stellte Igel in Aussicht. Außerdem wurde ein Einzelhandelsgutachten in Auftrag gegeben, das Handlungssicherheit geben soll, ob und wie viel Einzelhandel in Ludwigsdorf anzusiedeln ist, ohne dabei die Neue Mitte zu gefährden. Im Juni soll das Gutachten der Stadtverwaltung vorgelegt werden.

Informationsoffensive wird fortgeführt

Mit diesen Aussichten für erneuten Redebedarf bedankte sich Bürgermeister Igel bei allen Teilnehmern für das Interesse und verabschiedete sich mit den Worten "Bleiben Sie interessiert, bringen Sie sich ein." Gelegenheiten werden die Ludwigsfelder hierfür zahlreich haben. Bürgerforen, eine digitale Sprechstunde, Stadtrundfahrten sowie eine Fahrradtour durch die Stadt stehen in diesem Sommer noch im Terminkalender des Bürgermeisters.

Angelika Laag




2012 Stadt Ludwigsfelde | Programmierung LN Media GmbH